Andacht 24.05.2020

„Jesus Christus,

gestern und heute

und derselbe auch in Ewigkeit.“

Hebräer 13, 8

 

Ihr Lieben,

die momentanen Ereignisse in dieser Welt geben uns mehr und mehr zu denken. Da wirft ein Virus uns von heute auf morgen völlig aus der Bahn. Wir spüren plötzlich, welchen Bedrohungen wir Menschen hilflos ausgeliefert sind. Und wir spüren die Ratlosigkeit und Hilflosigkeit der Politiker und der Gesundheitsexperten – auch wenn sie versuchen, es uns anders darzustellen. Wie kommen wir uns da vor, wie fühlen wir uns?

In einem eindrücklichen Bild wird uns diese Situation vor Augen gestellt:

 

Da ist ein Segelschiff weit draußen auf dem Meer. Ziellos und orientierungslos jagt dieses Schiff dahin. Der Platz des Steuermanns auf der Reling ist leer. Gespenstisch dreht sich das große Steuerrad langsam hin und her. Das Schiff wird vom Wind bewegt und von der Meeresströmung getrieben. Schutzlos treibt es dahin.

 

Gerade in den momentanen Geschehnissen wird die Wahrheit dieses Bildes deutlich.

Da stellen sich immer dringlicher die Fragen: Wer gibt mir da noch Sicherheit? Woran können wir uns halten? Wer gibt mir Halt? In einem seiner Lieder greift Manfred Siebald diese Frage auf. Er knüpft an das Bild vom Schiff als Beispiel für das Leben an und fragt:

„Sind wir noch zu retten? Wo geht es entlang? Sind wir schon am Ende oder kommt die Wende vor dem Untergang?“

Und er gibt dann auf diese Fragen auch die entscheidende Antwort:

„Es gibt noch einen, der müsste jetzt her. Der kennt den Wind, das Schiff und das Meer; denn er schuf das Schiff und er kennt den Kurs – wenn uns einer hilft, dann er.“

 

Es ist: Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. In unserem Bibelwort aus Hebräer 13,8 wird Jesus als der Einzige beschrieben, der in den Stürmen der Zeit unerschütterlich feststeht.

Vieles ändert sich, aber einer bleibt derselbe und das in einer ganz außergewöhnlichen Verlässlichkeit, Jesus Christus. Das weckt doch Vertrauen! Da ist einer, der zu dem steht, wer er ist und was er sagt. Er ist auch morgen noch da, treu und verlässlich. Er lebt und will uns in unserem Leben begleiten und Halt geben.

Jesus steht dafür, dass Gott uns nicht aufgibt. Gott hat uns mit ihm alles gegeben, weil ihm so viel an uns liegt. Jesus, der unveränderliche lebendige Fels in der Brandung unseres Lebens, gibt uns den Halt und das Vertrauen, das wir brauchen.

 

Es gibt nichts Größeres, als wenn jemand seine ganze Hoffnung auf Gottes Gnade setzt und sich durch nichts davon abbringen lässt.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine hoffnungsvolle Woche mit der Aussicht, dass wir uns an Pfingsten im Vereinshaus wiedersehen!

 

Euer Alfred

Andacht 17.05.2020

Freut euch, daß ihr Hoffnung habt.

bleibt standhaft,

wenn ihr leiden müßt.

Hört nicht auf zu beten.

Römer 12,12 (Basis Bibel)

 

Liebe Geschwister,

wie geht es euch in und mit dieser bewegten Zeit im Frühjahr 2020?

Schon einige Male habe ich es im Gespräch gehört, gerade auch von älteren unter euch: „Wir haben ja in unserem Leben schon vieles gehabt, aber so etwas gab es auch noch nicht!“

Ja, so etwas gab es noch nicht. Nicht in Kriegszeiten, nicht in der Zeit des Aufbaues, auch nicht in den vergangenen vielen Jahren wachsenden Wohlstandes in unserem Land.

 

Für eine solche Situation, wie wir sie gerade erleben, gibt es keine Vorlage. Keiner kann genau sagen, welche Folgen diese oder jene Entscheidung hat. Was an der einen Stelle hilft, schadet an einer anderen.

Wir erleben es seit Beginn der Corona-Krise bei den Entscheidungsträgern in der Politik und an anderen Stellen: Es ist ein mühsames herantasten an hoffentlich gute Entscheidungen, ein ständiges Prüfen und Korrigieren. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die diese Verantwortung auf sich nehmen!

Wir sollten alle mit Kritik für unsere Politiker sparsam und mit Gebet für sie verschwenderisch umgehen, gerade jetzt.

 

Durch einen Freund bin ich vor einiger Zeit auf die irische Band „Rend Collective“ aufmerksam geworden, eine Musikgruppe, die die christliche Botschaft durch fröhliche irische Musik vermittelt. Sehr hörenswert!

In einem Liedtext dieser Band heißt es:

 

In meinem Ringen, in meinen Zweifeln und meinem Versagen, du bleibst da.

Deine Liebe wird mich durchtragen, du gibst mir Halt in der rauhen See.

Mein Leuchtturm, du strahlst in der Dunkelheit, ich will dir folgen.

Ich vertraue dem Versprechen: Du bringst mich sicher an Land.

 

Gerade in solch bewegten Zeiten stellt sich die Frage: Was bewegt sich nicht? Was steht fest? Wer gibt die Richtung vor?

Für Seefahrer in früheren Zeiten war klar: Ein Leuchtturm ist unveränderlich, er gibt die Richtung an, wenn sich auch sonst auf See alles in Bewegung befindet.

Wir dürfen uns, vielleicht auch nochmal ganz neu und ganz persönlich, den Zusagen aus Gottes Wort anbefehlen. Was uns Angst macht, dürfen wir Jesus an‘s Herz legen. Ganz so, wie es in dem Liedtext heißt: Auch in meinem inneren Ringen und allen meinen Zweifeln bist Du doch da!

Und in dem Vers aus dem Römerbrief gibt Paulus uns eine gute Handlungsanweisung:

Wir haben eine begründete Zukunftshoffnung, darüber dürfen wir uns freuen, bei allen äußeren Unsicherheiten!

 

Wir sollen nicht träge werden, uns auch nicht einschüchtern lassen, und am Gebet festhalten.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine hoffnungsvolle Woche, mit viel Gebet in Dank, Lob und Bitten füreinander!

 

Euer Stephan

Andacht 10.05.2020

Ihr habt ja nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht.

Dann müsstet ihr doch wieder Angst haben.

Ihr habt  vielmehr einen Geist empfangen, der euch zu Kindern Gottes macht.

Weil wir diesen Geist haben, können wir rufen: „Abba! Vater!“

Römer 8,15

 

Fühlst du dich frei? Die äußeren Umstände, in denen wir uns zurzeit befinden, sprechen nicht gerade dafür: Mit einer Maske einkaufen müssen. Darauf achten, dass der nötige Abstand eingehalten wird. Hände waschen, wenn man nach Hause kommt. Kaum jemanden besuchen können oder selbst besucht werden. Großeltern trifft es doppelt hart. In Urlaub fahren – erst mal nicht. Schule – ab nächste Woche mal hin und wieder. Arbeit: die einen ackern ohne Ende, „systemrelevant“ heißt das jetzt, und anderen wurde ihre Arbeit weggerissen. Größere Zusammenkünfte, egal in welcher Form - geht nicht.

Gottesdienste, Gemeinschaftsstunden: ja, aber mit erheblichen Einschränkungen…

Freiheit fühlt sich anders an!

 

Wir erleben trotz schrittweiser Lockerungen die Einschränkung der persönlichen Freiheit. Das gab es seit 75 Jahren nicht mehr in dieser Form. Wir sind gerade Zeugen einer Zeit, in der totalitäre Regierungen die schwierige Situation ausnutzen und Grundrechte extrem beschneiden, ihre Bürger immer mehr unterdrücken und die Pressefreiheit mit Füßen treten. Und auch in der sogenannten „Freien Welt“ gibt es Staatsmänner, die deutlich weniger umsichtig und besonnen auf das Auftreten des Corona-Virus reagiert haben und jetzt mit noch schlimmeren Folgen zu kämpfen haben als andere. Nur wenige Menschen auf diesem Erdball haben das Vorrecht, so leben zu dürfen wie wir.

 

Fühlst du dich also frei? Wie frei bist du, unabhängig von den derzeitigen äußeren Umständen? Sind wir nicht alle in einem gewissen Maße unfrei?

Unfrei, weil wir in Lebenssituationen hineingestellt sind, in denen wir mit Krankheit oder körperlichen Einschränkungen zu kämpfen haben.

Unfrei, weil wir mit den Folgen falscher Entscheidungen leben müssen.

Unfrei, weil wir beruflichen oder privaten Zwängen ausgesetzt sind.

Unfrei, weil unser „Innenleben“ so ganz anders aussieht als das, was wir nach außen vorgeben…

Ich glaube, da lässt sich noch so einiges ergänzen.

 

Die Sehnsucht nach Freiheit ist ein wesentliches Merkmal unserer menschlichen Existenz. Paulus zeigt uns auf, wie wirkliche Freiheit erlebt werden kann: in der geheilten Beziehung zu Gott, dem Vater.

Es kommt auf den Geist an, der uns innerlich erfüllt! Die äußeren Umstände, in denen wir leben, können wir in der Regel nicht ändern:

wir haben keine Entscheidungsgewalt darüber, in welches Land wir hineingeboren werden, welche Hautfarbe wir tragen oder in welcher Familie wir groß werden.

 

Aber wir dürfen in einer von Jesus Christus schuldbefreiten Beziehung zu Gott, dem Vater leben.

Wer sich unumschränkt geliebt weiß, der darf ganz unbeschwert „lieber Vater“ sagen. Wer zum Schöpfer aller Dinge „lieber Vater“ sagen darf, der darf voller Vertrauen, sozusagen mit einem intakten Urvertrauen, sein ihm geschenktes Leben – leben-. Sich mit allem, und wirklich a l l e m (!), an Gott den Vater wenden dürfen, das ganze Innenleben mit ihm teilen, empfinde ich persönlich ungeheuer befreiend. Da ist jemand, der meine Last teilt, vielmehr noch, der mich mit meiner Last trägt. Da ist jemand, dem ich alles, aber auch wirklich a l l e s, sagen darf. Ja, dem ich auch mein Unverständnis, meine Zweifel, mein Hadern, aber auch meine Glückmomente vor die „Füße werfen“ darf.

 

Ich bin fest davon überzeugt: je mehr ich mich darin übe, vor Gott keine Maske zu tragen, brauche ich das auch nicht vor den Menschen.

Werde ich mir immer mehr bewusst, rundum geliebt zu sein, wird mein Selbstbewusstsein gesunden. Ein befreites Innenleben führt unweigerlich auch zu Veränderungen nach außen. Es macht mich mutiger in der Begegnung mit meinem Gegenüber. Je aufrichtiger und ehrlicher ich mich in den von Gott geschenkten Momenten der Begegnung mit Anderen verhalten habe, umso besonderer (heiliger?) habe ich diese Momente erlebt. Vielleicht habt ihr ähnliches erfahren…

 

Sören Kierkegaard schreibt: „Es gehört Mut dazu, sich so zeigen zu wollen, wie man in Wahrheit ist.“

Gottes geliebte Kinder dürfen mutig sein! Das wünsche ich euch für die kommende Woche!

 

In herzlicher Verbundenheit

Steffi Schöps

Andacht 03.05.2020

Liebe Geschwister,

jetzt bekommt ihr den nächsten Brief, das heißt, sieben Gemeinschaftsstunden sind schon ausgefallen. Da ist Geduld gefragt. Es heißt nicht umsonst, sich in Geduld „üben“. Das ist nicht so einfach, denn es ist ja nicht so, dass der geduldige Mensch nichts wollte, oder dass es ihm weniger wichtig wäre wie dem Ungeduldigen.

 

Ein geduldiger ist besser als ein Starker, und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte gewinnt! Sprüche 16, 32

 

Geduld ist wahre Stärke. Aber woher die Geduld nehmen?

 

Vertraue auf den Herrn! Sei mutig und tapfer und hoffe geduldig auf den Herrn! Psalm 27, 14

 

Aus Erfahrung wusste David, was es heißt auf den Herrn zu warten. Es hat viele Jahre gedauert, in denen David von Saul verfolgt wurde, bis Gott sein Versprechen erfüllte ihn zum König zu machen. David musste Geduld lernen! Das konnte er, weil er Gott vertraute.

Unser Glaube lehrt uns, warten zu können, unsere Sorgen im Gebet abzugeben und darauf zu vertrauen, das Gott unseren Weg begleitet und nur das Beste für uns im Sinn hat. Wir können geduldig erwarten was Gottes Plan für uns ist. Ein Gläubiger weiß, dass nicht er es ist, der alles am Laufen, Hasten und Rotieren hält, sondern dass es Gott ist, der Zeit schenkt, der alles trägt und lenkt. Gerade für Christen hat die Geduld einen hohen Stellenwert, weil unser Glaube von der Hoffnung lebt- und niemand zum Hoffen taugt, der keine Geduld aufbringt.

 

Wir wissen aber, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen. Römer 8, 28

 

Gott wirkt nicht nur in besonderen Einzelfällen zu unserem Wohl, sondern lässt alles zu unserem Besten zusammen wirken. Das bedeutet nicht , dass uns nur Gutes widerfährt. Wir werden in unserem Leben in Situationen kommen, die sehr schwer sind. Das was wir als Katastrophe erleben, kann Gott in Segen verwandeln, denn Gott ist dazu fähig sämtliche Umstände so zu wenden, dass sie uns langfristig zum Guten dienen.

Wenn wir die Liebe zu Gott haben und dieser wunderbaren Aussage vertrauen, dann können wir hoffen, Geduld zu bekommen.

Mit Vertrauen und Liebe zu Gott, können wir uns in Geduld üben.

Wir können auch so unseren Glauben bezeugen, indem wir unsern Mitmenschen Geduld zeigen und woher wir diese haben.

 

Liebe Grüße Kerstin Eibach

Andacht 26.04.2020

 

 

Halte was du hast, dass niemand
deine Krone nehme.
(Offbg. 3, 11)

 

Sei getreu bis in den Tod,
dann will ich dir
die Krone des Lebens geben.
(Offbg 2, 10)

 

 

Liebe Geschwister der Ev. Ldk. Gemeinschaft Wiederstein-Zeppenfeld

und alle, die sich mit uns verbunden fühlen,

in den letzten Tagen und Wochen kam mir manchmal der Gedanke, ob wohl in späteren Jahren in einer Quizsendung einmal die Frage gestellt werden wird, welches Wort in den ersten Monaten des Jahres 2020 in den Medien/ bzw. Nachrichten am meisten verwendet wurde? Sollte es diese Quizfrage jemals geben, dann wird das Wort „Corona“ sicherlich „das Rennen“ machen. Wie sehr sind doch die Menschen weltweit zurzeit mit dieser unsichtbaren Gefahr beschäftigt. Und auch unter uns hat die Krankheit selbst oder ihre Begleitumstände Traurigkeit, Leid, Einsamkeit und Verzicht mit sich gebracht in einer Dimension, die wir nicht für möglich gehalten hätten.

Der lat. Begriff „corona“, der in seiner deutschen Übersetzung „Krone“ bedeutet, kommt auch in einigen wegweisenden Versen der Bibel vor (siehe oben). Vielleicht hat jemand von euch einen dieser Verse sogar als Konfirmationsspruch bekommen. Und vielleicht konnte die Verheißung von der „Krone des Lebens“ manchen von euch in schwierigen Zeiten eine lebendige Hoffnung geben.

Ein besonders eindrücklicher Hinweis auf „die Krone des Lebens“, die Gott uns verheißen hat, begegnete Friedrich und mir vor einigen Jahren auf unserem Sommerurlaub in Holland. Wir hatten uns auf den Weg gemacht, um in der niederländischen Stadt Haarlem das Haus der Familie von Corrie ten Boom zu besichtigen. Während der Nazizeit hatte die Familie in ihrem Haus sehr viele Juden versteckt und so deren Leben gerettet. In einer internationalen Runde saßen wir zusammen im Wohnzimmer des Hauses und hörten von den dramatischen Ereignissen, die sich in dem Haus dieser mutigen Familie und darüber hinaus abgespielt hatten. Während der Vater und die jüngere Schwester von Corrie ten Boom das Konzentrationslager nicht überlebten, durfte Corrie als Überlebende nach dem Krieg vielen Menschen mit verwundeten Herzen ein Zeugnis der Gnade und Heilung durch Gottes Liebe bringen.

An der Wand des Wohnzimmers der Familie ten Boom hing ein gesticktes Bild, das Corrie angefertigt hatte. Das Bild war eingerahmt, auf beiden Seiten hinter Glas. Zu sehen war zunächst nur die Rückseite des Stickbildes, die mit ihren verworrenen und verschlungenen Fäden ein heilloses und hässliches Durcheinander darstellten. So verworren wie die Rückseite des Bildes erscheinen auch uns manchmal die Fäden, die das Leben für uns gewebt hat. Wir verstehen die Wege Gottes nicht, die er mit uns geht, und auch nicht immer gewährt er uns die Erhörung unserer Gebete.

Irgendwann am Ende des Vortrags wurde das Bild umgedreht. Und zu sehen war die Vorderseite mit einer Krone, die uns an „die Krone des Lebens“ erinnern sollte.

 

Nach dem Krieg brachte Corrie die Botschaft des gestickten Bildes auf ihren Vortragsreisen zu den Menschen.

Im folgenden Gedicht wird diese Botschaft besonders gut zusammengefasst:

 

Mein Leben ist ein Webstück, von meinem Gott gemacht.

Nicht ich such aus die Farben – ER tut es mit Bedacht.

Oft webt ER ein auch Kummer, und ich vergesse dann,

dass ER das echte Bild sieht – ich nur, was hinten dran.

 

Erst wenn der Webstuhl ruhet, die Schiffchen stille steh´n

und Gott den Stoff umwendet, dann werd‘ ich alles sehn:

Wie Gott die dunklen Fäden, die schmerzlich ich erlebt,

mit silbernen und gold´nen nach Seinem Plan gewebt.

 

--- --- ---

 

Erst im Licht der Ewigkeit, wenn wir einmal vor Gott stehen, wird das unbegreifliche Chaos mancher Lebensfäden entwirrt werden!

 

Als Söhne und Töchter des KÖNIGS JESUS dürfen wir an der Hoffnung festhalten. Denn am Ende siegt immer noch ER! Corona ist NICHT König. Unser König ist Jesus Christus, der auferstandene HERR.

 

Mit dieser Botschaft vom Sieg über Krankheit und Tod wünsche ich Euch, dass Ihr getrost in die neue Woche und in die nächste Zeit gehen könnt.

 

Gottes Segen und herzliche Grüße,

 

Marianne Flender

 

Andacht 19.04. 2020

Selig sind, die nicht sehen
und doch glauben!

 

Johannes 20, 29

 

Thomas war nur kurz außer Haus gewesen und hatte Entscheidendes verpasst. Als er später wieder in ihren Kreis zurückkehrte, sagten die anderen Jünger zu ihm: „Wir haben den Herrn gesehen.“

 

So nüchtern wie dieser Satz im Johannes-Evangelium klingt, ist er nicht über ihre Lippen gekommen. Da bin ich ganz sicher. Voller Begeisterung werden sie ihm von ihrer Begegnung mit Jesus berichtet haben und die Auswirkungen auf die 10 waren wohl kaum zu übersehen. Einen depressiven Haufen hatte er verlassen. Nun kehrte er zurück und sah seine Freunde in Feierlaune und ausgelassener Stimmung beieinander sitzen.

 

Diese Veränderung wird so augenscheinlich gewesen sein, dass er ihnen hätte glauben müssen. Aber nicht nur deshalb. Er kannte sie doch sehr genau. Unterschiedliche Typen. Aber echte Kerle allesamt, mit denen ihn nach drei Jahren gemeinsamen Lebens mehr als eine Freundschaft verband. Gute Gründe also, zu glauben, was sie ihm erzählten. Und doch konnte er nicht glauben!

 

Zu ungewöhnlich und zu unwahrscheinlich war das, was sie berichteten: „Wir haben den Herrn gesehen und die Wunden in seinen Händen und an seiner Seite!“

 

Thomas entgegnete: „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meine Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben.“

 

Ich will mich mit allen Sinnen davon überzeugen, dass Jesus wirklich auferstanden ist und damit ausschließen, dass man ein falsches Spiel mit mir spielt oder dass mir mein Wunschdenken die Sinne vernebelt. So interpretiere ich den Einwand des Thomas.

 

Die Auferstehungszeugen haben dem, der nicht glauben konnte, keine Vorwürfe gemacht. Und sie waren nicht beleidigt, dass er ihnen nicht glaubte.

 

Sie hatten ja auch keinen Grund dazu. Ihnen war es doch ähnlich gegangen. Auch sie hatten weder den Frauen am Ostermorgen noch den Emmaus-Jüngern glauben können. Erst die persönliche Begegnung mit Jesus hatte sie überzeugt.

 

Und auch Thomas verhält sich vorbildlich. Er verlässt den Jüngerkreis nicht!

 

Acht Tage später. Die Jünger sitzen zusammen. Thomas ist dabei. Die Türen sind noch immer verschlossen. Da betritt Jesus diesen Rückzugsraum mit dem Friedensgruß und geht dann gezielt auf Thomas zu: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!“

 

Jesus zeigt damit: Ich nehme dich ernst mit deinen Fragen und Zweifeln. Eine wichtige Erkenntnis, dass Jesus Skeptiker und Zweifler hört und erhört, wenn sie um Glauben ringen.

 

Thomas darf sehen, tasten und dadurch glauben. Dem Skeptiker Thomas verdanken wir die Erkenntnis: Den Auferstandenen konnte man nicht nur sehen und hören sondern auch anfassen. Der Vorwurf, die Jünger hätten ihren Meister nur in Visionen gesehen, ist daher vom Tisch.

 

Johannes formuliert später in seinem 1. Brief (1, 1 – 3): Was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere Hände betastet haben…..das verkündigen wir euch.

 

Die Forderung des Thomas hat Jesus erfüllt. Die ersten Jünger sollten wirklich ganz und gar von seiner leiblichen Auferstehung überzeugt sein, damit sie seine Auferstehung authentisch und glaubhaft bezeugen konnten.

 

Aber was soll Jesu Aufforderung: „Sei nicht ungläubig sondern gläubig!“ ?

 

Ist die „Beweisführung“ nicht so eindeutig, dass Thomas gar nicht mehr anders kann, als an die Auferstehung Jesu Christi zu glauben? Er sieht ihn doch leibhaftig vor sich.

 

Glaube im biblischen Sinne ist aber nicht ein „Für-wahr-halten“ irgendwelcher Tatsachen oder eine intellektuelle Zustimmung zu bestimmten Aussagen. Glaube im biblischen Sinne beschreibt eine vertrauensvolle persönliche Beziehung zu Jesus. Und in diesem Sinne wird aus dem Skeptiker und Zweifler Thomas nun ein Gläubiger.

 

Er glaubt nicht nur an die Auferstehung. Er glaubt an den Auferstandenen. Er spricht Jesus nicht mehr als Meister an wie er das gewohnt ist sondern als

 

Mein Herr und mein Gott!“

 

So nimmt diese Geschichte mit dem Skeptiker Thomas ein gutes Ende. Einen leichten Tadel muss er sich aber anhören. Jesus sagt zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

 

Aber nicht nur ein Tadel an die Adresse des Thomas ist aus diesen Worten heraus zu hören sondern vielmehr noch eine Seligpreisung für alle kommenden Generationen, die nicht sehen und doch glauben.

 

Und da sind wir mit eingeschlossen. Niemand von uns hat den Auferstandenen leibhaftig gesehen. Und doch können wir an ihn glauben. Glaube entsteht nicht durch sehen. Auch nicht durch Beweise sondern durch Offenbarung.

 

Gott offenbart sich uns Menschen in seinem Sohn Jesus Christus und durch sein Wort. Das haben schon viele Generationen vor uns erlebt, sonst würden wir heute nicht mehr von Jesus sprechen. Auch wir haben Jesus nicht gesehen und wir werden ihn nicht sehen. Und dennoch können wir an ihn glauben.

 

Unser Glaube gründet sich auf die von vielen Augenzeugen berichtete Tatsache, dass Jesus Christus für uns am Kreuz von Golgatha starb und drei Tage später auferstanden ist und lebt.

 

Bezeugt wird dies im Wort Gottes. In diesem Wort und durch dieses Wort offenbart sich der lebendige Gott. Dieses Wort hat die Kraft, Menschen zu überzeugen und in eine Glaubensbeziehung mit dem auferstandenen Herrn Jesus Christus zu führen.

 

Unser Heil und unser Leben hängen davon ab, dass wir an Jesus Christus glauben als unseren Herrn und als unseren Gott. In diesem Glauben sind wir miteinander verbunden. Und diesen Glauben wollen wir einander stärken.

 

Gott segne euch!

 

Bernd Edelmann

 

 

Andacht Ostersonntag 2020

Begegnung am Ostermorgen

Als der Sabbat vorbei war,

 

kauften Maria aus Magdala,

 

Maria, die Mutter von Jakobus,

 

und Salome duftende Öle.

 

Sie wollten die Totensalbung

 

vornehmen. Ganz früh am ersten

 

Wochentag kamen sie zum Grab.

 

Die Sonne ging gerade auf.

 

Unterwegs fragten sie sich:

 

Wer kann uns den Stein vom

 

Grabeingang wegrollen?“

 

 

 

Markus 16, 1 - 3

 

 

 

Nein, der schreckliche Kreuzestod soll nicht das letzte Bild sein, das sie in ihrem Herzen tragen möchten! Die Frauen haben genau beobachtet, wo ihr HERR begraben worden ist und den festen Entschluss gefasst, dem Leichnam Jesu die letzte Ehre zu geben. Ihrem geliebten Herrn noch einen Dienst erweisen: sie brechen so früh wie möglich auf, um Salben und duftende Öle zu kaufen und so schnell wie es eben geht, zur Grabstätte zu kommen.

 

Die Liebe zu ihrem Herrn ist ihre Antriebskraft, dass sie gar nicht weiter nachdenken. Denn da gibt es ja ein massives Problem, im wahrsten Sinn des Wortes. Wie den Riesenstein wegbekommen?

 

Vor lauter Trauer um ihren HERRN, vor lauter Liebe zu IHM, haben sie darüber nicht nachgedacht. Obwohl ihnen jetzt dieses eigentlich unüberwindbare Hindernis bewusst ist, gehen sie weiter. Ihrer Liebe Ausdruck zu verleihen, lässt sie unbeirrt weitereilen.

 

Und tatsächlich! Der Weg in die Grabhöhle ist frei. Der Stein ist fort. Da ist nichts mehr, was sie aufhalten kann. Und die Frauen gehen hinein in die Grabkammer, aber sie sehen nicht das, was sie erwartet haben. Kein Leichnam, keinen Körper, den sie einbalsamieren können. Stattdessen erblicken sie eine himmlische Gestalt, erhaschen einen Blick in die unsichtbare Wirklichkeit Gottes.

 

Darauf sind sie nicht vorbereitet.

 

Der menschlichen Begrenztheit begegnet die göttliche Kraft der Auferstehung. Was für ein Erschrecken!

 

Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie, dass der große, schwere Stein schon weggerollt war. Sie gingen in die Grabkammer hinein. Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, der ein weißes Gewand trug. Die Frauen erschraken sehr.“ Markus 16, 4 + 5

 

 

 

Liebevoll, tröstlich übermittelt ihnen der Bote Gottes die menschlich unbegreifliche, ungeheuerliche Nachricht:

 

 

 

Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten.“

 

 

 

Was für ein Privileg wird den Frauen zuteil! Ihre hingebungsvolle Bereitschaft, Jesus zu ehren, bleibt nicht unbeantwortet.

 

Sie dürfen sich als erste selbst davon überzeugen, ja, mit ihren eigenen Sinnen erfassen, Jesus ist nicht im Grab geblieben! Aber nicht nur das, sondern sie erhalten auch das Privileg, die ersten Zeugen und Verkünder dieser Botschaft zu werden:

 

Macht euch auf! Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus: Jesus geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“ Markus 16, 6 + 7

 

 

 

Wie er es euch gesagt hat…“. Denkt nach! Erinnert euch! Ihr wart doch dabei, als Jesus von seinem Leiden, Sterben und von seiner Auferstehung gesprochen hat. Nicht nur einmal, nicht nur zweimal, nein, dreimal!

 

Aber in dieser Ausnahmesituation erscheinen die Verheißungen Jesu wie weggewischt. Die Frauen reagieren mit Angst, Panik und Weglaufen auf die Worte des Boten Gottes. Erst die persönliche Begegnung mit Jesus macht aus Maria aus Magdala eine entschlossene Überbringerin der Siegesbotschaft!

 

 

 

Vielleicht geht es euch in diesem Jahr wie mir, viele eigentlich so bekannte Verse der Osterbotschaft erscheinen in einem anderen Licht, sprechen mich auf andere, neue Weise an.

 

Die Liebe der Frauen, die frühmorgens zum Grab eilen, um Jesus einen letzten Dienst zu erweisen.

 

Wovon ist meine Beziehung zu Jesus geprägt? Ist die Liebe zu IHM das Fundament? Oder vielleicht doch die Gewohnheit, die Eitelkeit, das Pflichtgefühl?

 

Diese Verse machen mir Mut: Liebe bleibt nie unbeantwortet.

 

 

 

Bin ich bereit, meine menschlichen Begrenzungen von Jesus aufbrechen zu lassen? Etwas zu wagen, was vielleicht nicht der Norm entspricht,

 

der Macht der Gewohnheit?

 

Gerade jetzt, in dieser herausfordernden Zeit, mich von IHM gebrauchen zu lassen und „die Zeit auszukaufen“?

 

Wie kann ich in Tat und Wort ein glaubwürdiger Zeuge sein?

 

 

 

Wie er es euch gesagt hat…“. Tragen mich jetzt Gottes Verheißungen? Erinnere ich mich und andere an seine Zusagen? Sein Wort ist voll davon…

 

 

 

Ist die Osterbotschaft in mir gegenwärtig? Jesus lebt! Im Jetzt und Hier!

 

 

 

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

 

 

Stephanie Schöps

 

Andacht Karfreitag 2020

So kamen sie zu der Stelle, die „Schädel“ genannt wird.
Dort kreuzigten sie Jesus und die beiden Verbrecher – den einen rechts, den anderen links von ihm.
Das Volk stand dabei und schaute zu.

Aus Lukas 23, 33+35

 

So knapp und fast beiläufig wird die grausame Hinrichtung durch die römischen Legionäre beschrieben.

 

 

 

Sie kreuzigten ihn.

 

 

 

Gab es keinen Aufschrei, keine Reaktion aus der Menschenmenge?

 

 

 

Das Volk stand dabei und sah zu.

 

 

 

Keine Reaktion.

 

 

 

Gleichgültigkeit, vielleicht etwas Hohn und Häme, vielleicht ein kurzes Abwenden angesichts des grausamen Geschehens.

 

 

 

In all dem furchtbaren, grausamen, lieblosen, mitleidlosen Geschehen erfüllt sich Gottes unbegreiflicher Plan der Gnade und Liebe zu uns.

 

 

 

Zu mir!

 

 

 

Egal, bei welcher Gruppe unter dem Kreuz ich mich wiederfinde, das, was dort passiert, gilt mir!

 

Es geschieht für mich!

 

 

 

Ich darf mich dieser unbegreiflichen Liebe anvertrauen, ich darf mich in Jesu Arme werfen und ihm „Danke!“ sagen, für den Preis, den er bezahlt hat, um mich freizukaufen.

 

 

 

In diesem Bewußstein laßt uns weitergehen, in die Ostertage, in die kommende Woche...

 

 

 

Mit Jesu Wort an seine Freunde aus Johannes 15,13 wünsche ich euch gesegnete Ostertage:

 

 

 

Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde einsetzt.“

 

 

 

 

 

Stephan Edelmann

 

Menschen unter dem Kreuz

 

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

die Selbstgerechten,

 

siegesgewiss

 

die Arme vor der Brust

 

verschränkt.

 

Ihr Ziel haben sie erreicht –

 

Und das,

 

ohne sich dabei

 

die Hände zu beschmutzen.

 

Schadenfroh lächelnd

 

spotten sie IHM:

 

Anderen hat ER geholfen

 

und sich selbst

 

hilft er nicht?

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Gezwungenermaßen sozusagen.

 

Sie tun nur ihren Job:

 

Drecksarbeit.

 

Das Denken haben sie dabei

 

Längst abgestellt.

 

Und der an dem Kreuz?

 

"Ein Jude weniger",

 

sagen sie

 

und spielen

 

um das, was SEIN ist.

 

Nur einer

 

blickt auf,

 

sieht IHN an

 

und erkennt

 

SEIN wahres Gesicht.

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Die Augen tränennass,

 

klagend,

 

gebeugt.

 

All ihre Hoffnung,

 

all ihre Liebe,

 

all ihr Glaube

 

ist dahin –

 

wehrlos an das Kreuz geschlagen.

 

Dabei hatte ER

 

doch ihr Klagen

 

einst in Jubel gekehrt.

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Er

 

steht ganz darunter.

 

Dabei

 

hatte er gar nichts damit zu tun gehabt,

 

wollte nur seinen Feierabend genießen.

 

Aber dann war diese Elendsgestalt

 

zusammengebrochen;

 

konnte die auferlegte Last

 

nicht tragen

 

Da wurde er verdonnert,

 

zu Kreuze zu kriechen,

 

die Last dem Elenden

 

abzunehmen,

 

wissend,

 

am Ziel

 

würde dieser

 

sie wieder

 

ganz allein

 

tragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Sohn

 

hat sie IHN genannt,

 

hat IHN

 

umsorgt,

 

genährt,

 

getröstet

 

und

 

auf IHN gebaut,

 

obwohl ER ihr oft

 

so fremd war –

 

nicht von dieser Welt, eben.

 

und nun

 

klammert sie sich

 

an das Fluchholz,

 

um bei IHM zu sein

 

auf dem letzten Weg.

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Fernab

 

von den anderen,

 

damit man sie

 

nur nicht

 

mit IHM in Verbindung bringt.

 

Aller Mut

 

ist von ihnen gewichen.

 

Angst hat

 

von ihnen Besitz ergriffen

 

und sie machtlos gemacht.

 

Nur einer

 

wagt sich

 

an die Seite der Mutter

 

und leidet mit ihr

 

um den,

 

der ihm alles ist.

 

 

 

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Irgendwo vielleicht,

 

heimlich, verborgen,

 

blickt er IHN an,

 

der dort gebrochen hängt.

 

"Eigentlich

 

ist das mein Platz;

 

mich hatten sie verurteilt

 

und sich dann doch

 

für IHN entschieden.

 

Sterben sollte er

 

und ich –

 

frei sein.

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

Schaulustige.

 

Sie stimmen ein

 

in Spott

 

oder Klage,

 

laufen der Masse hinterher

 

auf der Suche

 

nach dem

 

Kick.

 

 

 

Da stehen sie –

 

unter dem Kreuz:

 

 

 

sehen IHN

 

und erkennen IHN nicht.

 

 

 

ER

 

blickt sie an

 

und schreit:

 

"Vergib ihnen,

 

Vater!"

 

 

 

- afo - alle Rechte bei Annette Ohrndorf, Freudenberg

 


Andacht 04.04.2020

"Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

mein Auge von den Tränen,

meinen Fuß vom Gleiten.

Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen."

Psalm 116, 8+9

 

Wie können wir für Nöte und Ängste, die uns bewegen, Worte finden?

 

In dieser Woche lesen wir von den letzten Erlebnissen der Jünger Jesu mit ihrem Herrn. Nach dem gemeinsamen Mahl brechen sie auf zum Ölberg und singen dabei, wie es die Tradition vorgibt, den Lobgesang.
Der Lobgesang besteht aus den Psalmen 114 bis 118.

 

 

In Psalm 116 heißt es: „Stricke, die den Tod bedeuten, haben mich umschlungen. Ängste, die im Totenreich herrschen, haben mich gepackt.

 

In Not und Kummer stecke ich fest. Den Namen des Herrn will ich anrufen. Ach, Herr, rette doch mein Leben!“

 

Wie könnte man es besser ausdrücken?! Wir stecken fest in unseren Ängsten, in unseren Sorgen, aber wir dürfen sie herausschreien und vor Gott bringen. In der festen Gewissheit zu sterben, SEIN Leben hinzugeben, hat Jesus diesen Psalm gesungen. ER weiß um die tiefsten Tiefen, er fühlt mit uns. Weil Jesus diesen Weg für uns gegangen ist, dürfen wir Menschen voller Hoffnung sein. Ja, mehr noch: Jesus, der dem Tod die Macht genommen hat, macht uns durch seinen Heiligen Geist gewiss, dass wir „vor dem Herrn weiterleben dürfen – im Land der Lebenden“.

 

Im Vertrauen auf diese Zusagen wünsche ich uns allen ein ganz bewusstes Erleben der vor uns liegenden Passionswoche.

 

 

Stephanie Schöps

Andacht 28.03.2020

Corona im Blick

 

Ich habe die Gefahr unterschätzt, die von dem Virus im fernen China ausgeht. Inzwischen ist klar, dass es sich um eine gefährliche Epidemie handelt, die auch bei uns angekommen ist und die sich sehr schnell ausbreitet. In den Nachrichten sehe ich bedrückende Bilder aus Italien, die mich tief erschüttern.

 

Corona müssen wir ernst nehmen. Und die Maßnahmen der Bundesregierung sind von jedem Einzelnen zu befolgen. Das hat unser aller Leben nachhaltig verändert und führt dazu, dass in der Frankfurter Straße zurzeit keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Wir müssen andere Wege suchen, um uns nicht aus dem Auge zu verlieren. So versuchen wir vom Gemeinschaftsvorstand, euch immer wieder mal per Brief zu kontaktieren.

 

Wer möchte, kann sich mit ein paar Zeilen an die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft wenden. Das möchte ich hiermit auch tun.

 

Zurzeit ist Corona das beherrschende Thema in den Medien und in den täglichen Gesprächen, denn bald schon könnten auch in unserem näheren Umfeld die ersten Infizierten entdeckt werden.

 

Jeden Tag lese ich Zeitung und sehe mir die Nachrichten an. So bringe ich mich auf den neusten Stand. Das finde ich auch durchaus angemessen.

 

Ich werde Corona im Auge behalten.

 

Jesus im Blick behalten


Dabei will ich aber Jesus Christus nicht aus den Augen verlieren.

 

Am Silvesterabend 2019 sind wir mit diesem Vers ins neue Jahr gestartet:

 

Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut sinken lasst.

 

Behaltet Jesus Christus im Auge! Sagt der Schreiber des Hebräerbriefes. Ein überaus wichtiger Ratschlag – auch in der Corona-Krise.

 

Wenn ich auf Jesus sehe, dann gewinne ich neuen Mut und neue Zuversicht. Weil er mich mit Gott versöhnt hat, darf ich in der Gegenwart Gottes leben und mit der Gegenwart Gottes in meinem Leben rechnen.

 

Das ist kein wirksamer Schutz vor Corona. Es kann durchaus sein, dass auch ich mit dem Virus infiziert oder auf andere Weise krank werde.

 

Wir Christen haben da keinen Bonus.

 

Aber wir sind in Gottes Hand und dürfen darauf vertrauen, dass er uns hält und stützt.

 

Interessant ist ja, dass der Schreiber des Hebräerbriefes uns Jesus nicht als Wundertäter und Krankenheiler vor Augen führt sondern als den Gekreuzigten.

 

Dieses Bild des Gekreuzigten wird uns besonders in der Passionszeit vor Augen geführt.

 

Jesus erniedrigte sich selbst, ließ sich ans Kreuz nageln, litt Schande, Hohn und Spott. Und das alles aus Liebe zu dir und zu mir. Er vergoss sein Blut, um uns mit Gott zu versöhnen und uns ein Leben in der Nähe Gottes zu ermöglichen, dass mit dem Tod nicht endet, sondern sich einmal vollenden wird in seinem Reich.

 

Der Preis, den Jesus gezahlt hat, um uns für Gott zu gewinnen, ist so hoch, dass wir mit dem Liederdichter sagen können:

 

Stark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer lässt mich nicht; das ist meine Zuversicht.

 

Das Bild des leidenden Gottessohnes stärkt unsere Gewissheit, dass Gott in allen Lebenslagen zu uns steht.

 

Und dieses Bild bewahrt uns vor Missverständnissen. Offensichtlich hatten die Empfänger des Hebräerbriefes ein Problem mit Ihrer momentanen Situation. Sie fragten sich, ob mit ihrem Glauben etwas nicht stimmt, weil man sie verspottete, verfolgte und ihr Leben bedrohte.

 

Der Schreiber des Hebräerbriefes lenkt den Blick seiner Leser auf den Gekreuzigten.

 

Jesus hatte nicht nur Freude im Leben. Von gottlosen Menschen wurde er angepöbelt, ausgepeitscht und aufs Kreuz gelegt. Er hat erheblichen Widerspruch und Widerstand erfahren, weil er den Weg ging, den sein Vater für ihn bestimmt hat.

 

Deshalb werdet nicht müde und mutlos, wenn es euch auch so geht und ihr leiden müsst. Viele Christen weltweit werden wegen ihres Glaubens verfolgt. Manche haben wegen ihres Glaubens einen schweren Stand in ihrer Familie, am Arbeitsplatz oder in der Schule.

 

Nicht nur Corona sorgt für Leid. Viele von euch leiden zurzeit an anderen Krankheiten und konnten die Gemeinschaftsstunde nicht mehr besuchen, als wir uns noch versammeln durften.

 

Liebe Geschwister, die ihr im Moment einiges zu tragen und zu verkraften habt:

 

Behaltet Jesus Christus im Blick. Er hat am eigenen Leib erfahren, was Leid bedeutet. Wendet euch an ihn. Haltet euch an ihm fest und vertraut darauf, dass ihr durch den Glauben an ihn Kinder Gottes seid und bleibt.

 

Niemand und nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar wird.

 

Ich wünsche euch allen viel Kraft, immer wieder neuen Mut und die Gewissheit,
dass der Gekreuzigte euch zur Seite steht.



Bernd Edelmann

 

Andacht 21.03.2020

Liebe Geschwister,

 auf diesem Wege möchten wir mit euch in der nächsten Zeit in Verbindung bleiben. Verschiedene Gedanken und Predigten werden so in euren Briefkästen landen, bis wir hoffentlich bald wieder in persönlichen Kontakt treten können.

 Habt ihr auch schon mal einen Ohrwurm- ein Lied das einem den ganzen Tag begleitet, man summt es vor sich hin oder singt es laut. Ich möchte euch gerne solch einen Ohrwurm geben.

 Es geht ohne Gott
in die Dunkelheit,
aber mit ihm gehen wir ins Licht.

 Sind wir ohne Gott,
macht die Angst sich breit,
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.

 Eine sehr starke Aussage von Manfred Siebald und sehr aktuell.

 Besonders der Refrain ist wie eine warme Decke, in die man sich hüllt, wenn es einem schlecht geht.

 Auch die Bibel gibt uns Halt, zum Beispiel Psalm 23 und vieles mehr. Ich habe mal in einem Buch, von einer Frau im KZ gelesen, die mit auswendig gelernten Bibelversen einen tiefen Frieden verspürte. Sie konnte so die Schrecken, die sie erleiden musste, ausblenden. Viele Ältere von euch haben noch einiges auswendig gelernt. Vielleicht gibt uns die derzeitige Situation noch mal Gelegenheit dazu.

 Dann können wir unser Gedankenkarussell ersetzen und wenn die Angst , sich oder einen geliebten Menschen mit dem Virus anzustecken, zu groß wird, ist es sicher hilfreich, den Kopf voller Bibelverse und Ohrwürmer zu haben. Versucht euch mal vorzustellen, diese oder andere Krisen ohne Gott zu bewältigen, ohne die Zuversicht von Gottes Liebe. GOTT SEI DANK ist das für mich unvorstellbar! Lasst uns füreinander beten, dass es für uns alle unvorstellbar ist.

 Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“
(Markus 9, 23)

 Um alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, werdet ihr‘s empfangen“
(Matt.21,22)

 Lasst uns beten für die Unentschlossenen, dass sie zu Gott finden, seine Liebe spüren und den Halt den Gottes Wort gibt, erkennen.

 Lasst uns beten, für die Menschen die in dieser Krise für uns da sind, in Krankenhäusern, in Supermärkten, für die LKW-Fahrer, die tagelang an den Grenzen ausharren um uns zu versorgen. Gib den Menschen deinen heiligen Geist, die für uns Entscheidungen treffen müssen.

 Und bis wir uns Wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand ( Achtung, nächster Ohrwurm...)

 

Liebe Grüße
Kerstin Eibach