Andacht 04.04.2020

"Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

mein Auge von den Tränen,

meinen Fuß vom Gleiten.

Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen."

Psalm 116, 8+9

 

Wie können wir für Nöte und Ängste, die uns bewegen, Worte finden?

 

In dieser Woche lesen wir von den letzten Erlebnissen der Jünger Jesu mit ihrem Herrn. Nach dem gemeinsamen Mahl brechen sie auf zum Ölberg und singen dabei, wie es die Tradition vorgibt, den Lobgesang.
Der Lobgesang besteht aus den Psalmen 114 bis 118.

 

 

In Psalm 116 heißt es: „Stricke, die den Tod bedeuten, haben mich umschlungen. Ängste, die im Totenreich herrschen, haben mich gepackt.

 

In Not und Kummer stecke ich fest. Den Namen des Herrn will ich anrufen. Ach, Herr, rette doch mein Leben!“

 

Wie könnte man es besser ausdrücken?! Wir stecken fest in unseren Ängsten, in unseren Sorgen, aber wir dürfen sie herausschreien und vor Gott bringen. In der festen Gewissheit zu sterben, SEIN Leben hinzugeben, hat Jesus diesen Psalm gesungen. ER weiß um die tiefsten Tiefen, er fühlt mit uns. Weil Jesus diesen Weg für uns gegangen ist, dürfen wir Menschen voller Hoffnung sein. Ja, mehr noch: Jesus, der dem Tod die Macht genommen hat, macht uns durch seinen Heiligen Geist gewiss, dass wir „vor dem Herrn weiterleben dürfen – im Land der Lebenden“.

 

Im Vertrauen auf diese Zusagen wünsche ich uns allen ein ganz bewusstes Erleben der vor uns liegenden Passionswoche.

 

 

Stephanie Schöps

Andacht 28.03.2020

Corona im Blick

 

Ich habe die Gefahr unterschätzt, die von dem Virus im fernen China ausgeht. Inzwischen ist klar, dass es sich um eine gefährliche Epidemie handelt, die auch bei uns angekommen ist und die sich sehr schnell ausbreitet. In den Nachrichten sehe ich bedrückende Bilder aus Italien, die mich tief erschüttern.

 

Corona müssen wir ernst nehmen. Und die Maßnahmen der Bundesregierung sind von jedem Einzelnen zu befolgen. Das hat unser aller Leben nachhaltig verändert und führt dazu, dass in der Frankfurter Straße zurzeit keine Veranstaltungen mehr stattfinden. Wir müssen andere Wege suchen, um uns nicht aus dem Auge zu verlieren. So versuchen wir vom Gemeinschaftsvorstand, euch immer wieder mal per Brief zu kontaktieren.

 

Wer möchte, kann sich mit ein paar Zeilen an die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft wenden. Das möchte ich hiermit auch tun.

 

Zurzeit ist Corona das beherrschende Thema in den Medien und in den täglichen Gesprächen, denn bald schon könnten auch in unserem näheren Umfeld die ersten Infizierten entdeckt werden.

 

Jeden Tag lese ich Zeitung und sehe mir die Nachrichten an. So bringe ich mich auf den neusten Stand. Das finde ich auch durchaus angemessen.

 

Ich werde Corona im Auge behalten.

 

Jesus im Blick behalten


Dabei will ich aber Jesus Christus nicht aus den Augen verlieren.

 

Am Silvesterabend 2019 sind wir mit diesem Vers ins neue Jahr gestartet:

 

Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut sinken lasst.

 

Behaltet Jesus Christus im Auge! Sagt der Schreiber des Hebräerbriefes. Ein überaus wichtiger Ratschlag – auch in der Corona-Krise.

 

Wenn ich auf Jesus sehe, dann gewinne ich neuen Mut und neue Zuversicht. Weil er mich mit Gott versöhnt hat, darf ich in der Gegenwart Gottes leben und mit der Gegenwart Gottes in meinem Leben rechnen.

 

Das ist kein wirksamer Schutz vor Corona. Es kann durchaus sein, dass auch ich mit dem Virus infiziert oder auf andere Weise krank werde.

 

Wir Christen haben da keinen Bonus.

 

Aber wir sind in Gottes Hand und dürfen darauf vertrauen, dass er uns hält und stützt.

 

Interessant ist ja, dass der Schreiber des Hebräerbriefes uns Jesus nicht als Wundertäter und Krankenheiler vor Augen führt sondern als den Gekreuzigten.

 

Dieses Bild des Gekreuzigten wird uns besonders in der Passionszeit vor Augen geführt.

 

Jesus erniedrigte sich selbst, ließ sich ans Kreuz nageln, litt Schande, Hohn und Spott. Und das alles aus Liebe zu dir und zu mir. Er vergoss sein Blut, um uns mit Gott zu versöhnen und uns ein Leben in der Nähe Gottes zu ermöglichen, dass mit dem Tod nicht endet, sondern sich einmal vollenden wird in seinem Reich.

 

Der Preis, den Jesus gezahlt hat, um uns für Gott zu gewinnen, ist so hoch, dass wir mit dem Liederdichter sagen können:

 

Stark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen, hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen. Mein Erbarmer lässt mich nicht; das ist meine Zuversicht.

 

Das Bild des leidenden Gottessohnes stärkt unsere Gewissheit, dass Gott in allen Lebenslagen zu uns steht.

 

Und dieses Bild bewahrt uns vor Missverständnissen. Offensichtlich hatten die Empfänger des Hebräerbriefes ein Problem mit Ihrer momentanen Situation. Sie fragten sich, ob mit ihrem Glauben etwas nicht stimmt, weil man sie verspottete, verfolgte und ihr Leben bedrohte.

 

Der Schreiber des Hebräerbriefes lenkt den Blick seiner Leser auf den Gekreuzigten.

 

Jesus hatte nicht nur Freude im Leben. Von gottlosen Menschen wurde er angepöbelt, ausgepeitscht und aufs Kreuz gelegt. Er hat erheblichen Widerspruch und Widerstand erfahren, weil er den Weg ging, den sein Vater für ihn bestimmt hat.

 

Deshalb werdet nicht müde und mutlos, wenn es euch auch so geht und ihr leiden müsst. Viele Christen weltweit werden wegen ihres Glaubens verfolgt. Manche haben wegen ihres Glaubens einen schweren Stand in ihrer Familie, am Arbeitsplatz oder in der Schule.

 

Nicht nur Corona sorgt für Leid. Viele von euch leiden zurzeit an anderen Krankheiten und konnten die Gemeinschaftsstunde nicht mehr besuchen, als wir uns noch versammeln durften.

 

Liebe Geschwister, die ihr im Moment einiges zu tragen und zu verkraften habt:

 

Behaltet Jesus Christus im Blick. Er hat am eigenen Leib erfahren, was Leid bedeutet. Wendet euch an ihn. Haltet euch an ihm fest und vertraut darauf, dass ihr durch den Glauben an ihn Kinder Gottes seid und bleibt.

 

Niemand und nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar wird.

 

Ich wünsche euch allen viel Kraft, immer wieder neuen Mut und die Gewissheit,
dass der Gekreuzigte euch zur Seite steht.



Bernd Edelmann

 

Andacht 21.03.2020

Liebe Geschwister,

 auf diesem Wege möchten wir mit euch in der nächsten Zeit in Verbindung bleiben. Verschiedene Gedanken und Predigten werden so in euren Briefkästen landen, bis wir hoffentlich bald wieder in persönlichen Kontakt treten können.

 Habt ihr auch schon mal einen Ohrwurm- ein Lied das einem den ganzen Tag begleitet, man summt es vor sich hin oder singt es laut. Ich möchte euch gerne solch einen Ohrwurm geben.

 Es geht ohne Gott
in die Dunkelheit,
aber mit ihm gehen wir ins Licht.

 Sind wir ohne Gott,
macht die Angst sich breit,
aber mit ihm fürchten wir uns nicht.

 Eine sehr starke Aussage von Manfred Siebald und sehr aktuell.

 Besonders der Refrain ist wie eine warme Decke, in die man sich hüllt, wenn es einem schlecht geht.

 Auch die Bibel gibt uns Halt, zum Beispiel Psalm 23 und vieles mehr. Ich habe mal in einem Buch, von einer Frau im KZ gelesen, die mit auswendig gelernten Bibelversen einen tiefen Frieden verspürte. Sie konnte so die Schrecken, die sie erleiden musste, ausblenden. Viele Ältere von euch haben noch einiges auswendig gelernt. Vielleicht gibt uns die derzeitige Situation noch mal Gelegenheit dazu.

 Dann können wir unser Gedankenkarussell ersetzen und wenn die Angst , sich oder einen geliebten Menschen mit dem Virus anzustecken, zu groß wird, ist es sicher hilfreich, den Kopf voller Bibelverse und Ohrwürmer zu haben. Versucht euch mal vorzustellen, diese oder andere Krisen ohne Gott zu bewältigen, ohne die Zuversicht von Gottes Liebe. GOTT SEI DANK ist das für mich unvorstellbar! Lasst uns füreinander beten, dass es für uns alle unvorstellbar ist.

 Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt“
(Markus 9, 23)

 Um alles, was ihr bittet im Gebet, so ihr glaubet, werdet ihr‘s empfangen“
(Matt.21,22)

 Lasst uns beten für die Unentschlossenen, dass sie zu Gott finden, seine Liebe spüren und den Halt den Gottes Wort gibt, erkennen.

 Lasst uns beten, für die Menschen die in dieser Krise für uns da sind, in Krankenhäusern, in Supermärkten, für die LKW-Fahrer, die tagelang an den Grenzen ausharren um uns zu versorgen. Gib den Menschen deinen heiligen Geist, die für uns Entscheidungen treffen müssen.

 Und bis wir uns Wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand ( Achtung, nächster Ohrwurm...)

 

Liebe Grüße
Kerstin Eibach

Aktuelle Info:

Aufgrund der Corona-Pandemie sagen wir alle Veranstaltungen und Gruppenstunden bis auf weiteres ab. Zu gegebener Zeit werden wir wieder informieren.

 

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